Neues zur Jahreslosung

Zur Jahreslosung 2005

Impuls zur Jahreslosung 2005

von Klaus Sturm, Stuttgart

Jesus Christus spricht: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre (Lukas 22, 32)

Abschiedsstunden, Gethsemane. Verrat. Gefangennahme. Verhöre. Kreuzigung und Tod. Das ist das schreckliche Rest-Programm der kommenden Stunden. Eine Zeit der extremen Verunsicherung.
Die Jünger beim Passahmahl, das Jesus ganz auf sich bezogen hat. "Mein Leib für euch gegeben." "Der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird." Für euch. Für dich. Du bist ganz persönlich gemeint.
Das hatten sie staunend und verunsichert erlebt und geschneckt. Es geschieht etwas Großes, nicht zu Begreifendes. Jesus sichert ihnen die Freundschaft Gottes zu. Er weiß auch, dass der Verräter mit am Tisch sitzt.

Man kann es kaum fassen, aber danach haben die Jünger Streit. Streit, wer von ihnen als der Grösste gelten soll. In dieser dichten Abschiedszeit wird gestitten, wer Chef sein soll. Doch Jesus stellt klar: "Die Könige herrschen über alle Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so. Sondern der Größte unter euch soll so sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener." Dann weist er auf den kommenden Lohn hin, weil sie bei ihm ausgeharrt haben.

Hier setzt nun der Text unserer Jahreslosung ein. Jesus wendet sich an Petrus: "Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie Weizen. Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre." Das ist für den selbstbewussten Petrus fast wie eine Beleidigung. Hatte er nicht damals beim Fischzug sein Leben Jesus anvertraut? Hatte er nicht damals, als Jesus die kleine Schar der verbliebenen Jünger gefragt hatte: "Wollt ihr auch weggehen?" das Bekenntnis ausgesprochen "Du hast Wort des ewigen Lebens?" Nun platzt es aus ihm heraus, dass er bereit ist für Gefängnis und Tod.

Jesus sagt ihm auf den Kopf zu:" Petrus, ich sage dir, Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hats, dass du mich kennst." Und so geschieht es wenige Stunden später im Hof des Hohepriesters. Am Ende wird so einfach wie erschüttern zugleich gesagt: "Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich."

Wir können vieles von Petrus lernen. Bis zu seinem entscheidenden Versagen, der Verleugnung seines Herrn, meinte er, aus eigener Kraft das Reich Gottes bauen, aus eigener Verantwortung heraus, die Welt auf seinen Schultern tragen zu müssen. Die Geschichte seines Versagens was Gottes Mitarbeiterschulung für ihrn. Es war sehr wohl nötig, dass Jesus für ihn gebeten hat. Er bekam nun aols Aufgabe die "Stärkung der Brüder". Er bekam eine Leitungsfunktion. Darum musste er sich "bekehren" vom Vertrauen auf die eigene Kraft hin zur völligen Abhängigkeit von Gott (Lukas 22,32). Der Disput um die innere Orientierung des "Größten" hatte also doch Sinn (Lukas 22,24)

Diese Jahreslosung hat eine seelsorgerliche Botschaft. Jesus betet auch für uns, dass unser Glaube nicht aufhöre. Ob wir im Gemeindehaus, den Kaffee kochen, ein projekt für junge Leute starten oder Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland sind. Wir haben es alle
nötig, dass Jesus für uns eintritt. Unser Glaube, und sei er noch so entschieden und freudig, ist gefährdet. Je älter wir werden, umso belastender empfinden wir das Böse in uns und um uns. Der schleichende Krieg des Terrors, die Pest unserer Tage, macht Angst und löst depressive Krankheiten aus. Auch wenn wir persönlich versagen, gilt die Zusage: "Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre." Die Fürbitte Jesu ist für unser Vertrauen nötig. Für unseren Glauben. Sie schafft neue Kraft und Zutrauen, dass Gott uns beauftragt hat, an seinem Reich mitzubauen.

Quelle:
für dich
Andachten 2005
zu beziehen bei:
www.ejw-buch.de

Klaus Sturm, Pfarrer, ist Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg Internet: www.ejwue.de

geschrieben am 31.12.2004 um 12:13 Uhr.


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