Zur Jahreslosung 2006
Bibelcomics - geliebt und umstritten
Ausstellung in der Evang. Kirche in Langensteinbach
Bitten Sie den Herrn Jesus ernstlich um Vergebung, daß Sie ihm solch einen ”Rüben”kopf aufgesetzt haben.
(bedenkenvolle ältere Dame).
Ich habe mich fest entschlossen, aufgrund dieser Comic-Lektüre noch einmal das Buch der Bücher in die Hand zu nehmen und das ”Original” zu lesen. (Comic-Freund, 34 Jahre).
Vom 6. Januar bis 29. Januar 2006 stellt die Evang. Kirchengemeinde Karlsbad-Langensteinbach Bibelcomics von Rüdiger Pfeffer (Versmold) in der Ludwigskirche aus. Gezeigt werden Originalseiten zum Lukasevangelium, zur Urgeschichte sowie Blätter, die den Werdegang des Comics nachvollziehen lassen. Ergänzende Ausstellungsstücke sind Großzeichnungen auf Fahnen und Großfiguren als Blickfänger, schließlich Beispiele aus der allgemeinen und der religiösen Comicliteratur.
Die einleitenden Äußerungen negativer und positiver Betroffenheit geben nicht annähernd die ganze Breite der Emotionen wieder, mit denen Pfeffers Bibelcomics diskutiert werden. Sie wurden bei der Deutschen Bibelgesellschaft, Stuttgart, verlegt.
Indem sie diese Bibelcomics präsentiert, möchte die Evang. Kirchengemeinde Langensteinbach zur Auseinandersetzung einladen und beitragen. Ist der Comic-Jesus eine Blasphemie – ist Comic nicht überhaupt eine ganz verdächtige Kunstform, ist er überhaupt eine? Oder sind Bibelcomics am Ende gar nötig und eine logische Folgerung der langen Geschichte illustrierter Bibel? So nötig, wie es Armenbibel über Jahrhunderte gewesen ist, wie es bebilderte Bibeln für Erwachsene und Kinder waren und bleiben? Die Diskussion, ob Comic Kunst sei, ist heute zugunsten des Comic entschieden worden. Auch wenn dem nicht so wäre – warum nicht den Schritt tun und die Bibel in den Comic - den Funny-Comic - übersetzen?
Übersetzen, Herstellen, Verbreiten – das ist seit fast 3000 Jahren der Weg der Bibel zu den Leserinnen und Lesern geworden, und die Bibelgesellschaften haben sich dieser drei Aufgaben ganz besonders angenommen. Sie sind nie abgeschlossen, und im Zeitalter visueller Medien, in dem an der Seite der (im übrigen auch nur marginalen!) Lesekultur eine expandierende Seh-Kultur steht, ist der Bibelcomic mehr als nur einen Versuch wert. Ist es denn ein Schaden oder eine Erfrischung, wenn eingefahrene Wahrnehmung aufgebrochen, gestört wird? Die nutzloseste Bibel war immer die Bibel, an die man sich gewöhnt hatte …
Öffnungszeiten der Bibelcomic-Ausstellung
vom 6. Januar bis 29. Januar 2006:
So. 11-12 Uhr
Di. 10-12 Uhr und 15-18 Uhr,
Mi. 15-18 Uhr
Do. 15-18 Uhr
Fr. 15-18 Uhr
Sa. 10-12 Uhr
in der Ludwigskirche in Langensteinbach
Link: http://www.evkila.de
geschrieben von Eberhard Fuhr am 27.12.2005 um 14:48 Uhr.
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